ist eine junge, 24-jährige Frau aus der Provinz Sopachuy in Chuquisaca. Bereits mit zwölf Jahren hatte sie ihren ersten Freund und wurde im Jahr darauf schwanger. Aus Angst vor ihren Eltern und um ihre Auskommen zu sichern, zog sie mit dem Vater ihres Kindes zusammen. Nach weiteren vier Jahren bekam Fortunata ihr zweites Kind. Die insgesamt sechs Jahre gemeinsames Wohnen mit dem Vater waren wie sie sagt, die Hölle. Sie wurde immer wieder psychisch und körperlich missbraucht, und als sie es schaffte, sich vom Vater zu trennen, verschwand dieser ohne Nachricht und ohne sich um die Kinder finanziell zu kümmern.
Fortunata blieb auf sich gestellt und unter grossen Mühen konnte sie die Kinder irgendwie durchbringen. Die Kinder wuchsen also in sehr schwierigen Verhältnissen auf, trotzdem können sie nun zur Schule gehen. Der Ältere ist in der siebten Klasse und sein jüngerer Bruder in der zweiten. Jetzt leben die Kinder bei ihren Grosseltern, also den Eltern von Fortunata, in Sopachuy, wo sie auch zur Schule gehen. Fortunata musste sich von ihren Kindern trennen, um arbeiten gehen zu können. Sie erzählt, dass sie irgendwo bzw. irgendetwas arbeiten musste. In Santa Cruz ergab sich eine Möglichkeit. „Ich sparte soviel wie ich konnte, um meinen Kindern alle ihre Wünsche erfüllen zu können”, erinnert sich Fortunata. Darauf kehrte sie zu den Kindern zurück und arbeitet seither in Sucre, was geographisch näher liegt. Dort ist sie Hausangestellte „cama adentro”, was bedeutet, dass sie im Haus ihrer Arbeitgeber wohnt. Daneben studiert sie abends an einem Institut um sich persönlich zu entwickeln und um ihren Kindern bei den Hausaufgaben helfen zu können.
Trotz der Schwierigkeiten und Hindernissen in ihrem Leben möchte Fortunata weiterkämpfen, ihre Lebensumstände und jene der Kinder verbessern. Sie spricht von diesen Zielen im Wissen um die bisher bewältigten Situationen in ihrem Leben. Die Hauptschule trotz der Kinder im frühen Jugendalter abgeschlossen zu haben, erfüllt sie mit Freude. „Das Leben ist hart für die Ärmsten, aber ich habe gekämpft und mir ist es gut ergangen. Darum bin ich Gott dankbar.”
aufgezeichnet durch Sinp’arispa in Bolivien